Ein wesentlich moderneres Gepräge als die Villa Hirzbodenweg 103 trägt das im gleichen Jahr 1901 erbaute Haus Hirzbodenweg 95. Im Gegensatz zu seiner Nachbarin wurde es ziemlich weit hinter dessen Front und diejenige der angrenzenden Reihenhäuser Nr. 81-91 in den bis zur Wartenbergstrasse reichenden Garten zurückversetzt. Die zweigeschossige Villa mit ausgebautem Dachstock bildet nach der Darstellung der Öffentlichen Basler Denkmalpflege eine der kühnsten, unabhängigsten Schöpfungen ihres Architekten, welcher die traditionellen, vom Historismus herkommenden Formen auf höchst eigenwillige Art neu durchgestaltete.
Im Sinn des Bauherrn war er weniger um die Schaffung eines repräsentativen Rahmens bemüht; vielmehr ging es darum, ein Haus «mit freundlich anmutendem Heimatcharakter» (Schweizerische Bauzeitung 1909) zu erstellen, wozu vor allem auch die erwähnte enge Verbindung des Baus mit der umgebenden Gartenanlage beitragen sollte. Das Haus ist demgemäss «von innen nach aussen» angelegt. Charakteristisch dafür ist der asymmetrisch gestaltete Mittelteil der Strassenfassade, hinter dem sich das nach aussen an den architektonischen Formen ablesbare Treppenhaus verbirgt. Markant wirkt vor allem der Treppenturm mit seinem breit gekehlten, in Haustein ausgeführten Rundbogen, seinem Balkon, den stufenförmig von rechts nach links ansteigenden Drillingsfenstern und dem über die Dachtraufe hinauswachsenden haubenbekrönten Risalit. Die von einem Risalitrand zum andern laufenden Quaderstufen und die über den Fenstern angebrachten Bogenkeilsteine verleihen dem Gebäude einen dekorativen Umriss. Geringere Bedeutung kommt den beiden Seitenfassaden zu, die indessen ebenfalls originell durchgegliedert sind.
Frühere Persönlichkeiten
Carl Füglistaller-Frey (1872-1956), Bauherr
Otto Burckhardt-Boeringer (1872-1952), Architekt
Paul Simonius (1881-1958), Bewohner
Emma Simonius-Vischer (1893-1976), Bewohnerin
